Gartenteich

Rote WasserlillieWie ich zu meinem Teich gekommen bin, und wie wir ihn gebaut haben, habe ich hier beschrieben. An dieser Stelle möchte ich etwas zur Pflege eines Teiches erzählen, sowie der Rolle für Tiere im Garten.

In meinem Teich habe ich natürlich auch Fische. Zu Anfang waren es Goldfische. Die allerersten sind in wenigen Tagen gefressen worden. Entweder hat der Fischreiher sie rausgeholt, oder eine Katze? Danach habe ich zum Schutz vor Räubern über dem Teich ein Netz gespannt. Es hat geholfen, die Fische haben sich prächtig entwickelt. Dann kam ein sehr kalter Winter, in kommenden Frühling habe ich dann meine Fische als Eiswürfel nacheinander aus dem Teich gefischt. Danach habe ich ein paar kleine schwarze Fische aus dem Teich meines Nachbarn bekommen. Es sind paar Jahre vergangen, sie sind immer noch da und haben sich gut vermehrt. Sie sind dunkel, fast schwarz, und sehr scheu. Einen Nachteil hat es, ich sehe sie sehr selten. Wenn ich den Teich reinige, finde ich mal einen im Kescher, und selten sieht man einen Fischschwanz wedeln unter dem Seerosenblatt. Aber die Hauptsache, sie sind da. Ein Gartenteich ohne Fische wäre für mich nicht vollständig.

Zu Futtern bekommen sie nicht viel, alle paar Tage etwas Fischfutter. Hungrig werden sie in meinem Teich ganz bestimmt nicht, denn es wimmelt nur so im Wasser. Es leben dort Frösche, Kammmolche, Wasserschnecken und etliche Kleinstlebewesen. Blindschleichen und Ringelnattern wurden auch gesichtet. Im Frühling kommt auch ein Entenpaar. Mein Teich ist zur einen Treffpunkt geworden. Dort gibt es genug zu fressen, die Blätter der Seerose dienen als Sonnenliegen für die kleinen Frösche, und der daneben liegender Steingarten bietet immer ein Versteck für das eine oder anderer Tier. Damit es auch so bleibt muss man nur ab und zu etwas machen.

DSC 3979Das absolute A und O ist, nicht zu viel futtern und regelmäßig reingefallenes Laub und alles was nicht dazu gehört, wie z.B. ertrunkene Nacktschnecken, auszufischen. Im Frühling und im Herbst wird vorsichtig der überflüssige Schlamm rausgeholt. Der Schlamm riecht normalerweise nur etwas "schlammig" ;-) aber nicht wirklich unangenehm. Sollte er doch stark nach Methan und Schwefel riechen, dann muss die Reinigung etwas intensiver durchgeführt werden. Aber in keinen Fall bitte einen Schlammsauger benutzen! Sonst werden alle kleinen Lebewesen mit rausgesaugt. Mit einem Kescher dauert es länger, ist dafür aber umweltfreundlicher. Nach dem Reinigen kann man etwas Starterbakterien ins Wasser kippen.

Das mit dem Futter sieht so aus: die Fische fressen mehr als sie brauchen, dann scheiden sie es aus und somit produzieren sie Dünger. Das nicht aufgefressene Fischfutter vergammelt im Wasser und wird auch zum Dünger. Das hat zur Folge, dass sich die Wasserpflanzen schneller vermehren. Die Grünmasse im Teich wird immer mehr. Im Sommer ist es gut, viel Grünzeug produziert mehr Sauerstoff. Aber dann kommt der Herbst, das Grüne stirbt ab und sinkt auf den Boden. Dort wird es zu noch mehr Dünger. Durch das Verrotten werden Gase produziert, die Menge Sauerstoff wird geringer und die Wasserqualität wird sich verschlechtern. Das Wasser wird zunehmend trüber und somit schlechter. Sollte sich der Teich an einer durchgehend sonnigen Seite befinden, muss es wenigstens teilweise schattiert werden, damit das Wasser im Sommer nicht zu warm wird. Ein großer Sonnenschirm kann hier schon helfen. Besonders wichtig ist es bei kleinen Teichen!

DSC 1816Das heißt nicht, man soll die Fische nicht füttern. Sie können ab und zu was bekommen, man sollte nur aufpassen, nicht zu viel zu geben. Die Wasseroberfläche sollte regelmäßig von Laub befreit werden und im Herbst die abgestorbenen Pflanzenteile aus dem Wasser nehmen. Ein Laubnetz im Herbst wäre auch nützlich. Bevor es frostig wird, kann man noch paar Sauerstofftabletten reinwerfen.

Sollte es trotz aller Maßnahmen zum Algenbefall kommen, muss man nicht gleich zu chemischen Mitteln greifen. Ein Stück Eichenast ins Wasser gelegt, wird sich auf Algenwuchs negativ auswirken. Schwimmpflanzen wie Krebsscheren, Froschbiss oder Wasserlinsen sind hier sehr nützlich, sie entziehen den Algen die Nährstoffe. Etwas Wasserbewegung ist auch gut. Ein kleiner solarbetriebener Springbrunnen würde Algen am Wachstum stören und kann dabei noch gut aussehen.
Früher hat man zur Algenbekämpfung ein Jutesack, gefüllt mit Torf, reingehängt, um dem PH-Wert des Wassers zu senken. Ich finde, Torf hat in einem umweltfreundlichen Garten nicht zu suchen, ein Eichenast bewirkt dasselbe. Er muss nur rechtzeitig entfernt werden, bevor er verrottet.