Der Rasen

DeMaulwurfhaufenr Rasen in meinem Garten war, in seinem früheren Leben, eine Unkrautwiese in einem vernachlässigten Schrebergarten. 
Es war eine unebene Fläche mit einem Baum in der Mitte, teilweise sogar von Gras bewachsen. Als ich den Garten bekommen habe, habe ich kurzerhand beschlossen die Grünfläche als Rasen zu bezeichnen und als solche zu behandeln. Er wurde gemäht, gedüngt und vertikutiert. Im Laufe der Zeit entstanden an den Seiten Gemüse- und Blumenbeete. Die Rasenfläche wurde immer kleiner, doch mit der Zeit, nach geschätzten, ein paar hundert mal mähen, wurde daraus ein echter Rasen! Zwar nicht perfekt, aber doch grün, auch wenn mit einer Zugabe von Löwenzahn und Klee. Ich bin zufrieden und die Insekten auch, und der Maulwurf natürlich auch. Jeden Winter belüftet er den Rasen gründlich von unten.

Viele Gärtner sagen, dass in einem Bio-Garten ein Rasen nichts zu suchen hat. Warum denn nicht?
Rasenschnitt kann entgegen der sehr verbreiteten Meinung, dass er nicht zu gebrauchen ist, doch sehr gut als Mulchmaterial genutzt oder kompostiert werden. In dünnen Schichten zwischen den Kulturen gelegt, dient er als Mulch, Dünger und schützt den Boden vor Wind und Hitze. 
Im Herbst wird Rasenschnitt, mit Laub gemischt, zu einem besonders gutem Kompost verarbeitet und im Sommer zwischen die Beerensträucher, zum Schutz vor Trockenheit, verteilt.
Abgesehen von dem ökologischen Wert eines Rasen, braucht der Gärtner auch ein bisschen Platz um seine Sonnenliege zu stellen, oder?

Glücklich ist, wer in seinem neuen Garten einen Rasen vorfindet, wie ich. Es wird sehr viel Arbeit ersparrt. Auch wenn es nur eine Unkrautwiese ist. Denn ehrlich gesagt, selbst der eigenhändig angelegte Rasen verliert sehr schnell an perfekten Aussehen. Ein, zwei Jahre, und es wächst der Löwenzahn oder Gänseblümchen, die sich von alleine aussäen, auch in einem perfekten Rasen. Dagegen hilft nur Unkrautvernichter. Aber den wollen wir auf Grund von seinen extrem giftigen Eigenschaften  gar nicht erst benutzen. Egal was die Produzenten schreiben, Unkrautvernichter ist giftig. Für uns, unsere Haustiere, unsere Kinder und das ganze Umfeld. Und es gibt auch keinen Bio-Unkrautvernichter!

 rasen

 

Rasenpflege:

Wie der Rasen  sich entwickelt liegt nur teilweise an uns. Denn der Rasen ist so gut, wie der Boden auf dem er wächst. Bei Gemüse sieht es genauso aus.

Es gibt drei mechanische Maßnahmen, die den Rasen schön machen:

  • mähen
  • vertikutieren, am besten mit Handvertikutierer. Gut für den Rasen, umweltfreundlich da per Muskelkraft angetrieben und somit gesund für den Gärtner
  • belüften, auch mit einfachen Mitteln wie einer Grabegabel möglich
  • düngen

Das mit dem Düngen kann kompliziert werden ;-)
Es gibt tausend und einen Rasendünger im Handel, für jede Jahreszeit, für alle Rasenarten, und alle versprechen Wunder. Viele davon sind wie die Antifaltencremes; teuer und bringen nichts. Glücklicherweise gibt auch gute Dünger; beim Kauf sollte unbedingt die Bodenbeschaffenheit berücksichtigt werden. Logischerweise braucht lehmiger Boden was anderes als der Sandige.
Und dann gibt es noch Komposterde. 10 Liter durchgesiebte Komposterde reicht für ca. 10 qm².

Eine Sache habe ich bisher gar nicht angesprochen; das Bewässern von Rasen. Denn ich bewässere meinen Rasen nur im Babyalter! Bei mir wird nur der frisch gesäte Rasen gegossen. Später gar nicht.
Ein gesunder Rasen steckt locker selbst mehrere Wochen Trockenzeit weg. Man soll ihn in solchen Zeiten nur nicht ganz so oft und kurz mähen wie sonst.
Gräser, die nicht bewässert werden, bilden viel längere Wurzeln. Das Tauwasser reicht dafür, dass der Rasen nicht komplett austrocknet. Mein Rasen hat schon 6 Wochen ohne Regen geschafft.

Rasen anlegen:

Schritt 1: die Fläche vom Unkraut und Steinen befreien. Folgende Pflanzen sind besonders schwer zu entfernen: Löwenzahn, Quecken, Giersch, stumpfblättriger Ampfer. Jedes, selbst so kleines Stück Wurzel kann sich später weiter vermehren.

Schritt 2: die Fläche begradigen. Naturdünger wie Knochenmehl oder Hornspäne streuen.

Schritt 3: wenn vorhanden, den Boden mit einer Walze trittfest machen.

Schritt 4: Rasensaat ausbreiten und leicht einarbeiten. Nicht mit Erde bedecken! Gräser sind Lichtkeimer.

Schritt 5: Die Fläche noch mal mit der Walze befestigen und giessen.

Schritt 6: je nach Wetterlage alle paar Tage giessen

Schritt 7: bei einer Höhe von ca. 15 cm das erste mal Mähen

Und noch eine Anmerkung zum Schluß. Ich habe auch Moos im Rasen. Ich habe früher, wie viele andere Gärtner, den Eisendünger zur Moosbekämpfung genommen, bis ich mal gelesen habe, wie giftig das Zeug ist.
Ein Jahr später war das Moos wieder da!