Blumen in meinem Garten

Ich liebe Blumen, ob Stauden oder Einjährige, Kletterpflanzen oder Sträucher. Alles was blüht würde ich in meinem Garten holen. Leider habe ich ein kleines Problem: mein Garten ist viel, viel zu klein. Trotzdem versuche ich immer wieder irgendwelche neuen Blumen zu ergattern. Am liebsten sind mir aber die, die ich von Gartennachbarn oder Freunden geschenkt bekomme.

Die Blumen, die ich hier vorstelle gehören zu meinen Lieblingen. Meisten weiß ich nicht mal die Sorte. Es ist mir aber egal. Die Hauptsache, sie wachsen in meinem Garten.

Primeln - Schlüsselblumen - Aurikeln - Himmelsschlüssel - Gichtblume

Primula vulgaris

Es gibt viele Namen für die vielleicht schönste Frühlingsblume. Kein Wunder, es gibt ca. 500 verschiedenen Arten in allen möglichen Farben. Die Hälfte aller wilden Arten sind in China beheimatet.

Primeln sind meist mehrjährige Pflanzen, es gibt auch einjährige. Sie können behaart oder unbehaart sein, manche Sorten sind mehlig bestäubt. Die einfachen Laubblätter stehen in einer Rosette. Die Blüten stehen in vielgestaltigen Blütenständen, selten stehen sie einzeln. Die Blüten gibt es in allen Farben, von weiß bis dunkelblau.

Gartenprimeln durch Teilung zu vermehren ist sehr einfach. Im Frühling oder Herbst eine große Pflanze in einzelne Rosetten teilen, sofort einpflanzen und gut giessen. Es geht auch durch Saat, ist aber nicht immer erfolgreich, denn manche Primelnarten sind Kaltkeimer (Aussaat im Herbst), wieder andere werden im Frühling ausgesäet. Ich habe ein Mal versucht Primeln aus der Saat zu vermehren. Es hat nicht funktioniert. Ein Gartennachbar hat vor ein paar Jahren Kugelprimeln erfolgreich durch Saat kultiviert. Ich habe auch ein paar Pflanzen bekommen. Sie sind echte Prachtexemplare geworden, die ich weiter, natürlich durch Teilung, im ganzen Garten verteilt habe. Die meisten meiner Primeln stammen aus dem Gartencenter. Ich habe sie Jahr für Jahr für meinen Balkonkasten im Frühling gekauft und dann im Garten ausgepflanzt. Interessant ist, dass sich die blauen und die gelben Sorten am schönsten entwickeln, die roten Exemplare schaffen es so gut wie nie über den Winter!

Informationen wonach Primeln in Kräuter-Büchern als Heilpflanze beschrieben werden, sollten mit Vorsicht behandeld werden. Manche Primelnarten können Kontaktallergien hervorrufen.

 

Klematis - Waldrebe - Niele

Clematis

Es gibt viele wilde Formen der Clematis, in unseren Gärten findet man fast nur Clematis-Hybriden. Sie wurden gezüchtet um den Anforderungen in unseren Gärten an besten gerecht zu werden.

Mittlerweile gib es mehrere hundert Sorten, unter anderem sogenannte Zwerg-Sorten, die keine 2 Meter erreichen oder die ganz Großen, die bis zu 4 Meter erreichen. In meinem Garten habe ich eine so große Clematis namens "Blue Angel". Ich lasse die Clematis an einem Baum herauf wachsen. Es ist traumhaft schön!.

Eine andere Clematis, "Ville de Lyon", habe ich zu einer zartrosa Kletterrose gepflanzt, denn Rosen und Clematis sind echte Traumpartner.

Über die Schönheit der Clematis könnte ich lange schreiben... Ich würde auch noch so viele Sorten haben wollen... Aber der Garten ist zu klein.

Weil es so viele Clematis-Sorten gibt, die sich nicht nur nach Größe und Farbe unterscheiden, ist die Wahl nicht immer einfach. Wobei, wenn man im Baumarkt kauft, hat man eine sehr eingeschränkte Wahl. Die Information über die Pflanze sind meisten auch sehr sparsam, was zu falscher Pflege führen kann. Am besten bei einem Clematis-Händler unseres Vertrauens kaufen oder sich vor dem Kauf im Internet genau informieren.

Clematis ist meistens sehr einfach in der Pflege, es gibt jedoch eine ganz schlimme Krankheit, an der eine Pflanze von Heute auf Morgen absterben kann. Es ist die Clematis-Welke. Es gibt Sorten die anfälliger sind, die brauchen besondere Pflege. Es gibt aber auch ganz genügsame Sorten. Im Fall der Clematis-Welke kann nur ein radikaler Schnitt helfen, direkt am Boden gleich nach dem ersten Auftreten der Krankheit!

Eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen ist der Schnitt.

Gruppe 1: gar kein Rückschnitt

  • alle am letztjährigen Holz blühende Arten
  • Clematis alpina, Cl.montana, Cl. macropetala

Gruppe 2: leichter Rückschnitt im November/Dezember

  • alle im Frühsommer blühenden Hybriden und mehrfach blühenden Sorten (z.B. The President)

Gruppe 3: November/Dezember auf 30 - 50 cm zurückschneiden

  • alle Clematis die im Sommer oder Herbst an diesjährigen Langtrieben blühen
  • Cl. Viticella, Cl. Tangutica, Cl. Texensis,  Cl. Rhederiana, Cl. flammula (Ville de Lyon, Warszawska Nike, Blekitny Aniol)

Achtung! Zur welchen Gruppe unsere Pflanze gehört steht auf dem Etikett!

Sonst braucht eine Clematis regelmäßige Düngergaben, ausreichend feuchten Boden und was sehr wichtig ist, etwas Schatten im unterem Bereich. Ich mache es so, dass ich vor die Clematis eine andere Pflanze setze, oder einfach etwas zum Beschatten davor stelle.

 

Taglilien

Hemerocallis

Taglilien sind als Gartenpflanzen in Europa, den USA und auch in der Volksrepublik China sehr beliebt. Allein in den USA gibt es 38.000 registrierte Züchter für Taglilien, die über 13.000 benannte Hybriden erzeugt haben. In der chinesischen Gartenkunst ist die Gattung seit tausenden von Jahren von großer Bedeutung. Dort wird die Gattung aber auch wegen der essbaren Blüten einiger Arten geschätzt und findet Anwendung in der traditionellen chinesischen Medizin.

Meine erste Taglilie habe ich in meinem Garten, mitten im Unkraut, ohne es zu wissen was es eigentlich war, gefunden. Sie hat anders ausgesehen als der Rest drumherum, da habe ich mir gedacht, es könnte was daraus werden. Und es ist etwas geworden! Dann habe ich paar andere dazu gekauft. Sie sind einfach schön und pflegeleicht. Sie wachsen im Schatten genauso gut wie in der Sonne, nass oder trocken, gedüngt oder nicht, sie sind immer schön. Das Einzige was ich immer mache, ist das Verblüte auszubrechen. So verliert die Pflanze keine Kräfte um Samen zu bilden, die Blüte dauert auch etwas länger.

 

Tulpe - "Gesicht der Liebsten"

Tulipa

Die ersten Tulpenzwiebeln wurden 1557 aus Konstantinopel nach Augsburg gebracht, wo sie auch zwei Jahre später zum allerersten Mal erfolgreich geblüht haben. So wird die Geschichte der Tulpe in Augsburg erzählt. Die Holländer wollen nichts davon wissen und behaupten, dass sie die ersten waren, die die Tulpen im Jahre 1593 nach Europa gebracht haben und im Hortus Botanicus in Amsterdam im Jahre 1594 zur Blüte gebracht haben. Eine andere Quelle beschreibt, dass die ersten Tulpen in England im Jahre 1578 aus Wien gebracht wurden. Ich denke, man würde noch ein paar weitere Geschichten finden, sicher ist nur Eins: die wundervolle Blume kam aus Zentralasien zu uns, wo sie schon zu damaligen Zeiten sehr beliebt war. Es gab schon damals ca. 1.000 Sorten!

In Europa ist die "Tulpomanie" im 17 Jahrhundert ausgebrochen. Die Tulpenzwiebeln wurden zur Statussymbolen, vergleichbar mit Diamanten oder teueren Autos. Die Preise für Tulpenzwiebeln sind so gestiegen, dass im Jahr 1637 der Preis pro Zwiebel per Gesetz festgelegt wurde. Das hat der Beliebheit der Tulpe jedoch nicht geschadet. Man könnte sagen, dass die "Tulpomanie" bis heute andauert. Ich kann mir im Mai keinen Garten ohne Tulpen vorstellen.

Das besondere an Tulpen ist, dass es so viele verschiedene Sorten gibt, in allen möglichen Farben, die von März bis Ende Mai blühen. Es gibt sie in klein, wie wilde Tulpen, und groß wie Papageitulpen. Sie sind auch sehr haltbare Schnittblumen, wobei sie am schönsten im Blumenbeet aussehen.

Die Tulpen mögen es im Winter kalt und im Sommer trocken wie es in ihrer ursprünglichen Heimat Persien ist. So einfach ist es. In Gegenden mit viel Niederschlag im Sommer ist zu empfehlen, die Zwiebeln, nachdem das Grüne abgetrocknet ist, aus der Erde zu nehmen und dann erst im Herbst wieder einzupflanzen. Ich lasse meine Zwiebeln im Boden. Es ist mir zu viel Arbeit. Zugegeben, fast jedes Jahr muß ich ein paar Neue pflanzen. Schuld sind aber auch die Wühlmäuse, die sehr gerne an den Tulpenzwiebeln nagen, ebenso wie Fasane. Die graben die Zwiebeln einfach aus. Nicht nur Menschen sind Tulpenliebhaber!